Fallstudie Söllereckbahn Oberstdorf: Wie eine Bergbahn 700 Stellplätze schrankenlos digitalisiert hat

Kategorie
Fakten und Wissen
Datum
23.10.2026
Lesedauer

Marketing Team

Wir gestalten die Mobilitätswende. Als Stimme von Peter Park teilen wir Insights über digitale Parkraumbewirtschaftung und Smart-City-Lösungen – für eine Welt ohne Schranken.

Die Söllereckbahn hat ihren Parkplatz mit Kennzeichenerkennung digitalisiert und damit Rückstaus, Kontrollaufwand und Schrankenprobleme beseitigt. Der Betreiber nutzte dafür die ruhige Nebensaison und bewertet das System als „sehr gut für die Bergbahnbranche geeignet“.

Kennzahlen im Überblick

  • Standort: Söllereckbahn, Oberstdorf (Allgäu, Bayern)
  • Betreiber: Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen
  • Stellplätze: 700
  • Betriebstage der Bergbahn: fast 365 Tage im Jahr
  • System: Peter Park mit schrankenloser Kennzeichenerkennung, Peter Park Automaten mit Ski-Pass-Scan und Beschilderung
  • Vorheriges System: Ticketsäule, Parkschein und personelle Kontrolle
  • Zeitraum: Umstellung im April 2023, Betrieb seit Mai 2023
  • Ergebnisse (qualitativ): kein Anhalten bei Ein- und Ausfahrt, automatischer Ski-Pass-Rabatt, lückenlose Kontrolle, Personal entlastet, ganzjährige Einnahmen

Ausgangslage: Welche Probleme hatte die Söllereckbahn mit ihrem Parkplatz?

Die Söllereckbahn bringt ihre Gäste auf 1.400 Meter Höhe und ist fast das ganze Jahr in Betrieb. Im Zuge des Ausbaus zum Ganzjahres- und Familienberg nahm der Betreiber die Parkfläche in den Blick. Bis zum Frühjahr 2023 wurde sie mit einem Ticketautomaten bewirtschaftet und von Personal kontrolliert. Das führte zu drei Kernproblemen.

Verzögerungen zu Stoßzeiten

Noch bevor die ersten Gondeln fahren oder der Allgäu Coaster startet, füllt sich die Fläche. Neben Bergbahngästen parken dort Wanderer und Ausflügler bereits am frühen Morgen. Henrik Volpert beschreibt die damalige Situation so:

„Es gab eine Säule, an der die Gäste ihr Ticket zogen und Kontrolleure, die prüften, ob alle Parkenden ein solches gelöst haben. Die User Interfaces der eingesetzten Systeme haben entweder zu langsam reagiert, um den Ansturm am Morgen zu bewältigen, oder waren nicht intuitiv bedienbar. Neben einer gut funktionierenden Hardware ist für uns auch die Anwenderfreundlichkeit der Software ein wichtiges Kriterium, um eine schnelle Abwicklungszeit auf der Parkfläche zu ermöglichen.“

Zudem konnten Fahrzeuge die Fläche unkontrolliert befahren und verlassen. Die Kontrolle der ausgelegten Parkscheine durch Personal garantierte keine lückenlose Erfassung.

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Mischnutzung mit unterschiedlichen Tarifen

Wintersportler, Wanderer und Familien zahlen nicht alle denselben Preis. Wer ein Skiticket besitzt, erhält einen Rabatt auf die Parkgebühr. Mit dem alten System funktionierte das nicht zufriedenstellend:

„Auch mit der Umsetzung der verschiedenen Preisstrukturen hatten die konventionellen Systeme Schwierigkeiten, wenn es beispielsweise darum ging, ein Skiticket zu erkennen, um dem parkenden Wintersportler einen Rabatt zu gewähren. Dies hat nicht zuverlässig funktioniert oder zu lange gedauert, was beispielsweise zu Verzögerungen auf der Parkfläche führte.“

Technik, die im Winter versagt

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fallen konventionelle Schrankenanlagen häufig aus. Dann fahren Parkende ungehindert ein und aus, Gebühren gehen verloren und Reparaturen kosten Geld. Für die Söllereckbahn kam eine Schranke vor allem wegen der Abfertigungszeit pro Fahrzeug nicht infrage:

„Wir mussten eine technisch verlässliche Lösung finden: Wir sind ein Outdoorbetrieb und haben fast 365 Tage im Jahr geöffnet. Dementsprechend muss das System auch im Winter zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig muss die Abwicklungszeit je Fahrzeug möglichst schnell sein, was bei unseren beschrankten Parkplätzen, gerade in der stark frequentierten Zeit, leider immer wieder zu Problemen führt.“

Warum nutzte die Söllereckbahn die Nebensaison für die Umstellung?

Zwischen Skisaison und Wandersommer ist es in den Bergen ruhig. Bergbahnen nutzen diese Zeit für die technische Revision von Seilbahnen und Liften. Die Nebensaison eignet sich aber ebenso für eine wirtschaftliche Revision. Gerade saisonale und wetterabhängige Betriebe sollten dann vier Fragen prüfen:

  • Personal: Wie lassen sich Aufgaben verteilen, ohne das Team angesichts des Fachkräftemangels zu überlasten?
  • Zeit: Welche Prozesse lassen sich automatisieren und wie viel schneller laufen sie dann?
  • Umsatz: Welche Einnahmen sind neben den Fahrkarten möglich, idealerweise ganzjährig?
  • Kosten: Welche Kostenfaktoren lassen sich senken oder ganz vermeiden?

Das Parkraummanagement wird bei dieser Analyse oft übersehen. Dabei berührt es alle vier Prüffelder. Die Söllereckbahn setzte genau hier an und stellte die Fläche im April 2023 um, lange vor dem Saisonstart im Dezember.

Wie wurde das Peter Park System an der Söllereckbahn umgesetzt?

Die bisherigen Ticketsäulen wurden abgebaut und durch Automaten von Peter Park ersetzt. Neue Kameras erfassen seitdem die Kennzeichen an Ein- und Ausfahrt. Schilder weisen die Parkenden auf den schrankenlosen Ablauf hin, weitere Tafeln an den Automaten erklären ihn Schritt für Schritt.

Für den Betreiber zählten vor allem Verlässlichkeit und Termintreue:

„Unsere Anforderung an Peter Park als Partner war, dass wir einen engen und guten Kontakt haben, falls zum Beispiel Fragen aufkommen. Da wir ein saisonaler Betrieb sind, müssten Projekte zuverlässig pünktlich umgesetzt und abgeschlossen werden. Wenn die Skisaison zu einem Stichtag Mitte Dezember startet, dann muss das Parkraumverwaltungssystem auch zu diesem Zeitpunkt reibungslos funktionieren. Diesen Anforderungen wurde Peter Park gerecht und die Zusammenarbeit funktionierte von Anfang an sehr gut.“

Was hat sich seit der Umstellung verändert?

Freie Fahrt statt Rückstau

Besucher fahren ein und aus, ohne anzuhalten. Gerade morgens und abends entstehen so weniger Rückstaus. Bezahlt wird am Ende des Aufenthalts an benutzerfreundlichen Automaten. Je nach Ausstattung unterstützt das Peter Park System auch Kartenzahlung und gängige Park-Apps.

„Für die Organisation der Autos ist ein gut funktionierendes Parkraummanagement notwendig. Der Einsatz des schrankenlosen Parkraumsystems erfüllt unser Ziel, den Parkplatzsuchverkehr zu minimieren und damit sowohl die Gäste als auch die Bewohner vom Verkehr zu entlasten.“

Ski-Pass-Rabatt per Scan

Wintersportler scannen ihren Ski-Pass am Automaten und erhalten automatisch den Rabatt auf ihre Parkdauer. Möglich macht das die Anbindung an das Ticketing-System der Bergbahn:

„Als Bergbahnbetreiber sind wir ein Freizeitanbieter und keine Parkraumspezialisten. Für uns war es wichtig, dass wir ein System finden, das unsere Anforderungen erfüllt. Dazu gehört auch die Anbindung eines Ticketing-Systems, um unsere Preisstruktur und die damit eingebundenen Rabatte reibungslos und vollständig anbieten zu können. Das funktioniert mit der Systemlösung von Peter Park an der Söllereckbahn bisher sehr gut.“

Weniger Personalaufwand, geringere Kosten

DSGVO-konforme Kameras machen ein Schrankensystem überflüssig. Kosten für Wartung, Instandhaltung und Reparatur von Schranken fallen nicht an. Die Fläche wird lückenlos kontrolliert, deshalb braucht es keine Kontrollgänge mehr. Das frühere Kontrollpersonal widmet sich wertschöpfenderen Aufgaben. Parkverstöße werden automatisch erfasst und nachverfolgt, auf Wunsch über einen externen Dienstleister.

Einnahmen über das ganze Jahr

Da das System rund um die Uhr läuft, erfasst es auch Parkvorgänge außerhalb der Betriebszeiten der Bahn. Tages- oder Saisontarife lassen sich je Kundengruppe festlegen. Langzeitparker, Camper oder Skitourengeher blockieren die Fläche nicht mehr kostenlos. So sinkt die Abhängigkeit von Wetter und Saison.

Was empfiehlt der Betreiber anderen Bergbahnen?

Henrik Volpert sieht digitale Parkraumsysteme als zukunftsweisend für die Branche. Seine Bilanz zog er 2023 nach den ersten drei Monaten Betrieb:

„In der Bergbahn-Branche setzt sich der Trend, von einem kostenlosen Parkplatzangebot hin zur Bewirtschaftung von Parkflächen, immer mehr durch. Vor diesem Hintergrund wäre mein Appell an andere Bergbahnbetreiber, mutig zu sein und direkt digitale Lösungen einzuführen. Sie sind kostengünstig in der Anschaffung, werden von den Gästen gut angenommen und Preise lassen sich damit hundertprozentig durchsetzen. Wir waren anfangs skeptisch, ob die Kennzeichenerkennung in Deutschland schon genug Akzeptanz findet und ob sie auch im Winter funktioniert. Unsere Erfahrung mit dem Peter Park System ist aber nach drei Monaten durchweg positiv: Das System ist für uns die richtige Wahl und meiner Ansicht nach sehr gut für die Bergbahnbranche geeignet.“

Einen Überblick über Herausforderungen und Lösungen für Ski- und Wandergebiete finden Sie im Leitfaden Parkraummanagement für Bergbahnen.

Fazit

Die Söllereckbahn zeigt, dass schrankenloses Parken auch an einem stark frequentierten Outdoor-Standort im Winter zuverlässig funktioniert. Rückstaus, lückenhafte Kontrollen und Probleme mit dem Ski-Pass-Rabatt gehören dort der Vergangenheit an. Wer die Nebensaison für eine wirtschaftliche Revision nutzt, sollte das Parkraummanagement deshalb ganz oben auf die Liste setzen.

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Dazu gehören alle Parkvorgänge in Echtzeit im Dashboard, die Messung der Parkdauer sowie Analysen und Statistiken. Hinzu kommen Zahlungsabwicklung, Touch-Screen-Kassenautomat, Anbindung an App-Payment und ein intelligentes Dauerparker-Management.

Ja. Die Kennzeichenscanner haben einen Witterungsschutz und ein Heizelement. Bei Dunkelheit arbeitet die Erkennung mit Infrarotunterstützung.

Sie scannen ihren Ski-Pass am Automaten. Das System verrechnet den Rabatt dann automatisch mit der Parkdauer, da es an das Ticketing-System der Bergbahn angebunden ist.

Notwendig sind eine klar abgrenzbare Ein- und Ausfahrt, ein Stromanschluss mit 230 Volt und mobiler Datenempfang. Geeignet sind Außenflächen, Parkhäuser und Tiefgaragen mit abgeschlossenen Frequenzflächen.

Peter Park übernimmt Planung, Installation und Service. Betreiber müssen sich also nicht selbst um Kameras und Automaten kümmern.

Für Bergbahnen eignet sich die Nebensaison zwischen Ski- und Sommersaison. Die Söllereckbahn stellte im April um und war lange vor dem Skisaisonstart Mitte Dezember im Regelbetrieb.

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