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Parksuchverkehr vermeiden: Strategien für Städte & Kommunen

41 Stunden pro Jahr verbringen Autofahrer in deutschen Städten im Durchschnitt mit der Suche nach einem Parkplatz. Das belastet nicht nur die Autofahrer selbst, sondern auch die Anwohner. Kommunen bieten sich verschiedene Ansatzpunkte, um die Suche nach einem Parkplatz zu verkürzen. Helfen kann unter anderem eine effiziente, digitalisierte Parkraumverwaltung.

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Wie Kommunen den Parksuchverkehr effektiv reduzieren können: Lösungsansätze und Maßnahmen

Besonders in Ballungszentren wirkt sich der Parksuchverkehr negativ auf Autofahrer und Anwohner aus: Die Parkplatzsuche kostet Zeit und Geld, außerdem trägt sie zur Luftverschmutzung in den Kommunen bei. Die Dauer, die Verkehrsteilnehmer mit der Suche nach einem Stellplatz verbringen, können Städte und Gemeinden über verschiedene Ansätze verringern. Dazu gehören ein attraktives Angebot an Alternativen zum Individualverkehr und ein optimiertes Parkraummanagement.

Was bedeutet Parksuchverkehr?

Parksuchverkehr bezeichnet denjenigen Anteil am gesamten Verkehr, der nur durch die Suche nach verfügbaren Stellplätzen entsteht. Laut einer Studie von 2017 verbringen Autofahrer in deutschen Städten im Durchschnitt 41 Stunden pro Jahr mit der Suche nach einem Parkplatz, wodurch pro Fahrer 896 Euro an Mehrkosten entstehen – unter Berücksichtigung der verlorenen Zeit, des Benzinverbrauchs und der zusätzlichen Abgasbelastung.

Ursachen von Parksuchverkehr

Seit 1991 steigt laut Umweltbundesamt die Anzahl an Kraftfahrzeugen in Deutschland kontinuierlich. Am 1. Januar 2023 gab es in Deutschland 48,8 Millionen Pkw. Insgesamt ist der Kraftfahrzeugbestand zwischen 2008 und 2023 um 21,1 Prozent gestiegen. Hinzukommt, dass die Verbreitung größerer Pkw enorm zugenommen hat: Der Bestand der kleineren Pkw ist in den vergangenen zehn Jahren um zwei Prozent gestiegen, der der Vans, SUVs und ähnlichem um 80 Prozent. Der Anteil dieser Fahrzeuge am Gesamtbestand stieg damit von 18 Prozent im Jahr 2013 auf 29 Prozent im Jahr 2023. Insgesamt sind also nicht nur mehr, sondern in den meisten Fällen auch größere Stellplätze nötig. 

Eine ineffiziente oder nicht vorhandene Bewirtschaftung der Parkflächen kann die Situation zusätzlich verschärfen und den Anteil des Parksuchverkehrs noch weiter erhöhen. Ist das Parken am Straßenrand und auf Parkflächen zeitlich unbegrenzt und kostenlos möglich, schafft dies Anreize, Fahrzeuge dort dauerhaft abzustellen. Für andere Besucher und Anwohner fehlen diese Stellflächen dann und sie müssen regelmäßig mehr Zeit mit der Suche nach einem freien Parkplatz verbringen.

Parkflächen, auf denen eine Höchstparkdauer gilt und Autofahrer eine Parkscheibe im Fahrzeug auslegen müssen, können ebenfalls zu mehr Parksuchverkehr beitragen, wenn die Einhaltung der maximalen Parkdauer nur lückenhaft überprüft wird und die Parkplätze dauerhaft genutzt werden. Ein ähnlicher Zustand kann entstehen, wenn die Berechtigungsausweise auf Anwohnerparkplätzen nur sporadisch geprüft werden und die Stellplätze auch von anderen Parkenden belegt werden.

Dies gilt ebenfalls für bewirtschaftete Parkflächen, auf denen vorab ein Parkschein gekauft und im Fahrzeug ausgelegt werden muss, wenn keine regelmäßige Kontrolle erfolgt und Parkende daraufhin auf den Erwerb eines Parktickets verzichten und dauerhaft kostenfrei parken.

Auf Parkflächen, welche mit schrankenbasierten Parkraummanagementsystemen bewirtschaftet werden, ist zwar die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass alle Parkenden auch für ihren Aufenthalt bezahlen, aber die Schrankenanlagen verursachen hohe Aufwände. Neben Anschaffungskosten sind Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturkosten einzuplanen. Ist die Schranke defekt, entfallen Einnahmen. Solche Systeme helfen zwar zu verhindern, dass Stellplätze über die Maßen dauerhaft belegt werden, die Schrankenanlagen können jedoch durch das notwendige Anhalten und Ticketziehen und -einschieben an Ein- und Ausfahrt Rückstaus verursachen, die die Parkplatzsuche zusätzlich verlängern.

Auswirkungen von Parksuchverkehr

Parksuchverkehr hat neben unnötigem Stress für die Autofahrer selbst weitere negative Folgen. So erhöht das ständige Anhalten und wieder Anfahren auf der Suche nach einer freien Parklücke die Gefahr von Auffahrunfällen und Stau. Die Suche nach einem freien Stellplatz verschmutzt die Luft, erzeugt Lärm und senkt damit die Lebensqualität der Anwohner. Insgesamt ist es also nicht nur im Sinne der Fahrzeuglenker, sondern aller Stadtbewohner und -besucher, wenn Kommunen Lösungen für das Problem Parksuchverkehr anbieten.

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Lösungsansätze für Städte & Kommunen

Kommunen können an verschiedenen Stellen ansetzen, um den Parksuchverkehr einzudämmen. Parkleitsysteme und eine verbesserte Parkraumbewirtschaftung gehören dazu, aber auch attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr können die Situation positiv beeinflussen.

Verbesserung der Parkraumbewirtschaftung

Städte und Gemeinden können das Aufkommen von Parksuchverkehr mildern, wenn sie bestehende Parkmöglichkeiten effizient bewirtschaften und ausschildern. Besucher fahren freie Parkplätze dann direkt an, anstatt auf der Suche nach einem Stellplatz durch die Stadt zu irren. 

An kommunalen Parkplätzen, Parkhäusern und Tiefgaragen lohnt sich die Einführung eines digitalen, schrankenlosen Parksystems, das mit Kennzeichenerkennung arbeitet. Durch den Verzicht auf Schranken entfällt das Anhalten an Ein- und Ausfahrt, was Rückstau vermeidet. Durch die Kennzeichenerkennung können Nichtzahler nahezu lückenlos nachverfolgt werden. Im Gegensatz zu Parkflächen, auf denen vorab Parkscheine gelöst werden müssen, die nur sporadisch kontrolliert werden, lohnt es sich daher nicht mehr auf die Bezahlung des Parkaufenthaltes zu verzichten. Für Parkende, die dauerhaft kommunale Stellplätze belegen, verlieren diese ihre Attraktivität, wodurch mehr Parkplätze frei werden und sich die im Parksuchverkehr verbrachte Zeit verkürzt.

In den meisten Städten gibt es Parkflächen, die zu bestimmten Zeiten komplett leer stehen, etwa die Parkflächen von Supermärkten nachts sowie an Sonn- und Feiertagen sowie Tiefgaragen von Bürogebäuden, die nur tagsüber von Montag bis Freitag von den Beschäftigten benötigt werden. Mit einem digitalen Parkraummanagementsystem können diese Parkflächen nachts und am Wochenende an beispielsweise an Anwohner vermietet werden, die tagsüber selbst keinen Bedarf an einem Stellplatz haben, etwa weil sie selbst mit ihrem Auto zur Arbeit fahren und es dort parken.

Verfügt eine Kommune über mehrere Parkplätze und -häuser, lässt sich die Auslastung dieser - und damit auch der Parksuchverkehr - über die Tarife steuern: Je weniger Stellplätze auf einem Parkplatz noch frei sind, desto teurer wird es, dort zu parken. In einer Tiefgarage, in der noch viel Platz ist, gelten dann entsprechend günstigere Tarife. Ein digitales Parkraummanagementsystem liefert Informationen zur Auslastung der Parkflächen. Damit lassen sich Preise nicht nur anhand der durchschnittlichen Auslastung festlegen, sondern Tarife auch dynamisch anpassen.

Durch eine Integration mit einem Parkleitsystem lassen sich Parkende dann auch ohne Umwege und unnötige Parkplatzsuche zu weniger ausgelasteten Parkflächen leiten. 

Förderung von Alternativen zum Individualverkehr

Neben der Einführung von digitalen, schrankenlosen Parkraumbewirtschaftungslösungen und Parkleitsystemen können Kommunen Parksuchverkehr eindämmen, indem sie alternative Fortbewegungsmittel fördern. Dazu lohnt es sich, Parkflächen in sogenannte Mobility Hubs umzuwandeln. An diesen Knotenpunkten treffen verschiedene Mobilitätsangebote aufeinander, so dass der Umstieg auf nachhaltigere Mobilitätsformen möglich wird und die Verkehrsbelastung sinkt.

Damit einher geht die Förderung des Radverkehrs. Außerdem kann es sich lohnen, Carsharing-Angebote zu etablieren und für diese Fahrzeuge spezielle Parkangebote auszuweisen. Schließlich kann der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes helfen, den Parksuchverkehr einzudämmen. Park-and-Ride-Angebote in Mobility Hubs ermöglichen es Bürgern und Besuchern, zwischen den Fortbewegungsmitteln zu wechseln.

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Best-Practice-Beispiele

Ein Beispiel bei dem ein digitales, schrankenloses Parkraumbewirtschaftungssystem erfolgreich eingeführt worden ist, um den Parksuchverkehr einzudämmen, liefert die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen am Bodensee. Die Kommune hat im August 2022 auf vier Parkplätzen ein schrankenloses digitales Parksystem eingeführt, um das Parken so schnell und einfach wie möglich zu gestalten und die Anwohner zu entlasten. Die Lösung ist Teil eines umfassenden Verkehrsdigitalisierungsprojektes. Der touristischen Gemeinde war besonders wichtig, den Suchverkehr einzudämmen, der für verstopfte Straßen und Lärm in der Ortschaft gesorgt hat, weil die Anreisenden nicht wussten, wo sich Parkflächen befinden, wie viele Parkplätze dort noch frei sind und zu welchem Preis sie dort parken können. 

Jetzt weisen an den Ortseinfahrten Schilder auf die verschiedenen Parkmöglichkeiten im Ort hin. Die aktuelle Auslastung der Parkflächen finden Interessierte zusätzlich auf der Website der Gemeinde, im Navigationsgerät und sie können sich über ihr Smartphone informieren, wo noch Stellplätze zur Verfügung stehen.

Mit der Einführung des digitalen Parkraummanagementsystems hat die Gemeinde auch ihr Tourenprogramm angepasst, um die günstigeren, außerhalb gelegenen Parkplätze attraktiver zu gestalten. Früher starteten alle Touren in der Ortsmitte, jetzt beginnen sie an den weniger zentralen Parkplätzen, auch das entzerrt den Suchverkehr.

Mit dem Ergebnis ist die Gemeinde zufrieden: Das neue Parkleitsystem und die Möglichkeit, im Vorfeld die Verfügbarkeit zu überprüfen, reduziert den Suchverkehr und mindert somit den dadurch verursachten CO2-Ausstoß. Autofahrer können nun die Parkflächen gezielt ansteuern und - ohne vor Schranken zu warten - direkt befahren. 

Auch in der Stadt Miltenberg in Bayern kommt ein digitales Parkraummanagementsystem auf vier Parkflächen zum Einsatz, verhindert Rückstau an den Parkplätzen und spart Papier, Müll und Kosten.

Fazit

Parksuchverkehr kostet Autofahrer viel Zeit, erhöht die Unfallgefahr in Innenstädten und erzeugt Umweltbelastungen, die sich negativ auf die Lebensqualität der Anwohner auswirken. Diesen zu vermeiden ist daher ein Ziel vieler Kommunen. Ihnen bieten sich dabei verschiedene Ansatzpunkte. Sie können beispielsweise Alternativen zum motorisierten Individualverkehr stärken, etwa Radverkehrswege und den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen. Auch die Förderung von Carsharing-Angeboten in Verbindung mit Mobility Hubs, die als zentrale Umsteigepunkte zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln dienen, kann Parksuchverkehr vermeiden. Ein weiteres zentrales Mittel ist die Einführung eines digitalen, schrankenlosen Parkraummanagementsystems, um bestehende Parkflächen effizient zu nutzen. So können etwa Parkflächen von Supermärkten oder Einkaufszentren und Bürogebäuden, die nachts, wenn die Geschäfte geschlossen und die Büros verlassen sind, leerstehen, von Anwohnern angemietet werden.

Eine Integration solcher smarten Parkraumverwaltungssysteme in Verkehrsleitsysteme, die die Auslastung der Flächen anzeigen, kann helfen Parkplatzsuchende direkt zu freien Stellplätzen zu navigieren, wie die Beispiele aus Bodman-Ludwigshafen und Miltenberg zeigen.

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